4. März 2017

Call for Papers

Call for Papers: Globalisierung und Nationalismus

für den 2. Band der Studentischen Schriften der Sozialwissenschaften

Wir leben in einer globalisierten Welt. Während wir auf einem schwedischen Sofa sitzen und kolumbianischen Kaffee schlürfen, schauen wir auf einen chinesischen Laptop oder ein US-amerikanisches Handy, welche mit seltenen Erden aus dem Kongo angefertigt wurden. Wir fahren in einem japanischen Toyota mit saudischem Öl, während wir die nächste Reise nach Prag, London, New York oder Tokyo planen. Das ist für uns selbstverständlich! Hinter unserem Alltag verbergen sich aber eine ganze Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Prozessen. Menschen, Waren, Finanzströme – Grenzen und Begrenzungen scheinen eine immer geringere Rolle zu spielen.

Gleichzeitig werden wir immer mehr Menschen mit Problemen solcher transnationalen Prozesse, Netzwerke und Felder konfrontiert. Sei es der neue Nationalismus, der sich im Aufstieg rechtspopulistischer Parteien wie der AfD in Deutschland, der Front National in Frankreich oder der PiS in Polen, niederschlägt, oder wie man an den Austrittsbestrebungen der Vereinigten Staaten aus der NATO und des Vereinigten Königreiches aus der EU sieht. Diese nationalistischen Tendenzen werden ganz unterschiedlich bewertet: Manche schließen sich den nationalistischen Bewegungen an, sei es aus Angst vor Machtlosigkeit und Veränderung. Andere sehen Chancen, die ihnen die Globalisierung eröffnet hat und haben Angst vor dem Nationalismus. Generell scheint es zwei stark polarisierte Lager zu geben.

Sicher ist auch, dass die Globalisierung und transnationale Vernetzung Verlierer produzieren. Seien es Menschen, die in (relativer) Armut leben und von den Finanzströmen, Warenströmen und genereller, der Mobilität ausgeschlossen sind. Seien es die Flüchtlinge aus Konfliktregionen Kinderarbeiter in den großen Fabriken und Minen, oder zur Prostitution gezwungene Frauen, die durch Menschenhandel unfreiwillig ihre Heimat verlassen. Betroffen sind auch alle, die durch Erderwärmung an den Folgen des Klimawandels leiden – schließlich kennt Umweltverschmutzung auch keine Grenzen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen soll sich der zweiten Band der Studentischen Schriften der Sozialwissenschaften mit Globalisierung, Nationalismus und allem dazwischen befassen. Von der fränkischen Erdbeere bis zu McDonaldisierung.

Sei es Politik, Kriege, Märkte und Finanzen, Bildung, Kommunikation, Ernährungs- und Konsumverhalten, oder Freizeit. Wenn ihr bereits eine Hausarbeit oder Abschlussarbeit zu einem passenden Thema verfasst habt, oder an dem Thema interessiert seid, möchten wir euch einladen eure Beiträge bis zum 30.09.2017 an Sammelband@ak-Soziologie.de zu senden. Dabei sollten eure Einsendungen eine maximale Länge von 7000 Wörtern ohne Literaturverzeichnis haben. Die Einsendungen durchlaufen ein Peer-Review Verfahren und haben die Möglichkeit, falls gewünscht, ihre Arbeit auf dem Studentischen Soziologiekongress in Chemnitz vom 14.09.2017 bis 17.09.2017 vorzustellen. Bei Fragen wendet euch gerne an uns.

Wir freuen uns auf eure Einsendungen!

 

Herausgeberteam:

Alexander Brand

Hannah Kroeger

Jakob Wiesinger

Oliver Wieczorek